foresight_D ist kein Einzelprojekt. Es ist eine Linie, die 2023 begann und noch nicht zu Ende ist. Vier Stationen führen von einem Szenarioprozess über eine Förderabsage bis zu den elf Thesen, die den heutigen Prozesszwischenstand markieren.
Neue Horizonte 2045
Der Szenarioprozess „Neue Horizonte 2045" startete Anfang 2023 mit dem Zukunftshorizont 2045, getragen von D2030 und rund 50 Zukunftsforschenden. Er war offen angelegt, im Sinne von Open Foresight, und wurde im September 2024 abgeschlossen. Der Ablauf folgte acht Phasen: Schlüsselfaktoren identifizieren, Projektionen entwickeln, Szenarien erstellen, Szenarien bewerten, Robustheit gegen Disruptionen prüfen, Zielkonflikte analysieren, Veranstaltungen und Diskurs, Missionswerkstätten.
Es entstanden sieben Zukunftsbilder:
Ergebnis war der Studienreport „Neue Horizonte 2045 · Missionen für Deutschland" ↗ (Projektseite ↗), veröffentlicht am 17. September 2024, samt Zukunftslandkarte und Ausstellungsbroschüre; Unternehmenspartner waren EnBW, AOK PLUS und Deutsche Bahn. Zurück blieb ein eingespieltes, breit aufgestelltes Team.
DATIpilot
Das Team bewarb sich 2024 als Foresight-Community bei DATIpilot, dem Pilotprogramm der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation, im Modul „Innovationscommunities". Der Titel der Skizze gab dem Vorhaben seinen Namen: foresight_D.
Die Bewerbung war erfolglos: Aus knapp 500 Skizzen wählte die Jury 20 Communities aus, bekanntgegeben am 30. Mai 2024; foresight_D war nicht darunter. Der erhaltene Monitoring-Bogen der DATI hält unter anderem fest, dass die Projektidee ohne Förderung und ohne wesentliche Änderungen weiterverfolgt wird. Die Idee wurde daraufhin ehrenamtlich und mit eigenen Mitteln fortgeführt.
foresight_D-Szenarioprozess
Ab August 2025 lief der Szenarioprozess, diesmal mit einer neuen Frage: Wie entwickelt sich Foresight in Deutschland selbst? In zwölf Schritten arbeiteten gut 50 Kolleginnen und Kollegen, überwiegend aus dem Szenarioteam von „Neue Horizonte 2045" und aus dem Kreis der DATI-Bewerbung. Drei Wendepunkte prägten den Prozess:
- Die Umfrage lieferte den Befund. 22 Fachleute aus Ministerien, Thinktanks, Wissenschaft und Zivilgesellschaft antworteten; 77 Prozent bejahten, dass es eine Foresight-Community gibt, beschrieben zugleich als klein, informell, zersplittert und institutionell schwach.
- Der Workshop lieferte das Gerüst. Am 16. Oktober 2025 wurden im Industriesalon Schöneweide die Schlüsselfaktoren bestimmt, unter anderem politisches Klima, Offenheit für Foresight, Zukunftskompetenzen, Selbstverständnis, Institutionalisierung, Finanzierung, Branche und Künstliche Intelligenz. Daraus entstanden acht Szenarien für 2035.
- Die Kommentierung veränderte die Thesen. Aus acht Thesen der Präsentation wurden nach den Rückmeldungen elf. Neu hinzu kamen vor allem drei Gedanken: über die eigene Domäne hinausdenken, ein Überangebot an Zukünften als mögliches Problem und die Machtperspektive.
Prozesszwischenstand
Am 12. Juni 2026 trafen die Ergebnisse auf ihr Publikum: auf der Fachtagung „Strategische Vorausschau im Regierungshandeln" in Berlin. Dort stellte Alexander Fink (D2030) die Szenarien und die Thesen aus foresight_D vor. Damit wurde die Selbstbefragung der Zunft Teil einer Tagung über das Regierungshandeln.
Der derzeitige Arbeitsstand sind elf Thesen (Arbeitsstand 17. April 2026), vorgestellt auf der Fachtagung am 12. Juni 2026. Die Weiterarbeit ist bereits terminiert: Am 2. September 2026 bringt D2030 die elf Thesen in die Futures Lounge, ihren ersten Auftritt vor einem Publikum, das nicht am Prozess beteiligt war.
Die elf Thesen sind ein Prozesszwischenstand.
Die nächste Fassung entsteht aus Diskussion, Kritik und Ergänzung.
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